Dankbar? Liebe, Güte und Warum?

Ich liege im Bett und bin dankbar, dass jemand ein Bett gemacht hat, eine Decke, ein Kissen.

Ich sitze im Restaurant und bin dankbar, dass der Koch sich solche Mühe gibt, dass der Tisch so liebevoll dekoriert wurde und die Bedienung wirklich möchte, dass ich mich wohl fühle. 

Ich fahre Auto und bin dankbar für alle, die daran beteiligt waren, dass es mich jetzt sicher zum Ziel bringt: Mechaniker, Konstrukteure, Ingenieure, Zulieferer für Metall, Holz, Kunststoff, Stoff, Elektroleitungen, EDV…. 

Ich sitze im Café und bin dankbar um Bauern, die Kaffee anpflanzen und trocknen, um Transporteure und Importeure, Containerschiffbauer und alles was da dran hängt, Röstereien, Verpacker und dann der freundliche Kellner.

Undsoweiter….

Mir ist was aufgefallen: Wenn ich mir vorstelle, dass es jemand mit Liebe und Konzentration und Hingabe macht, 

  • weil er/sie gern für andere Betten schreinert, Decken macht, Kissen näht, Autos baut, Land bestellt
  • weil er/sie will, dass man sich wohl fühlt und gut schläft und sicher fährt. 
  • Weil das DIENEN und LIEBEN im Mittelpunkt steht. Die Liebe zum Material und zum Menschen und die Motivation des Dienens und nicht allein des „moneymakers“ (absichtlich in Englisch geschrieben…).

DANN und nur dann fühle ich Dankbarkeit. Wenn ich dahinter Menschen weiss, die authentisch sind, achtsam und WOHL-wollend. 

Was, wenn es nur hergestellt wird, um am Aktienmarkt zu bestehen? Einfach nur, um andere auszustechen, sie zu verdrängen und abzuhängen? Wenn eben das GELD im Zentrum des Tuns steht und nicht der Mensch, die Leidenschaft für was Gutes? Bin ich dann auch dankbar? Oder eher irritiert und hoffe, die Decken sind nicht belastet mit Chemie, die Bauern wurden nicht ausgebeutet und die Meere nicht verseucht…???

Wie wollen wir weiterleben? „Ist das halt so und bleibt auch so“?

Glaub ich nicht. Jeder von uns kann nur bei sich selber anfangen und dann „viral“, also im guten Sinn ansteckend sein, ein Vorbild, was sich verbreitet, wie bei einem Lauffeuer oder wie in einem Netzwerk. 

Geh ich arbeiten, nur um Geld zu verdienen, EGAL wie die Zeiten sind? Komm ich damit vor mir selber durch? 

Ich höre manchen sagen: in guten Zeiten mag das gehen, aber jetzt?? Da muss ich mich doch durchkämpfen. Echt? Ellenbogen raus und nach vorne gekämpft? Jacke näher als Hose. ?

Ich glaube: in schwierigen Zeiten zeigt sich erst recht, wer gut aus Liebe heraus improvisieren kann, helfen kann, sich verantwortlich fühlt für andere, ausleihen kann, tauschen kann. Da spielt Geld eh eine andere Rolle. 

Was hier ab Herbst auf uns zukommt, ahnen die Wenigsten oder sie verdrängen es. Man kann entweder sich vorbereiten, auch und gerade mit anderen zusammen und nicht nur für die eigene Burg. Das ist vorbei und löst nur Streit und Neid aus. Evtl noch Schlimmeres….

Oder es entstehen neue Gemeinschaften, Talentumschlagplätze, Neue Dörfer oder Viertel und wir hören auf, irgendeine Hilfe von „oben“ (von Gott jederzeit, von den sog. Oberen eher nicht), aus der Senkrechten, zu erwarten, sondern aus der Horizontalen: von uns allen untereinander. 

Wenn Liebe/Gott/Ergriffenheit/Dankbarkeit unser aller BEWEG-GRUND ist, kann nicht nur nichts passieren, es werden sogar ungeahnte Wege und Konzepte und Improvisationen sich auftun, es werden Menschen Dinge tun, die haben sie sich selber nicht zugetraut und die anderen auch nicht. 

Statt an Staat und Sicherheiten zu glauben: 

Glaubt an Gott, Glaubt an Euch und Glaubt an die Menschen um Euch herum. 

Nehmt es selbst in die Hand und nehmt Euch an den Händen! 

Aller hopp: uffstehe, mache unn kä Angschd!!!

Moi Opa hat immer gsad: Als fort!

(Die Bilder sind Inspirationen und Ihr könnt selber herausfinden, was es mit dem Thema Liebe zu tun hat)

4 Kommentare
  1. Kirsten
    Kirsten sagte:

    Liebe Ute, deine poetische Beschreibung mag ich kurz zusammen fassen: Mehr Bewusstheit und Achtsamkeit im Umgang mit den so vielen großen und kleinen alltäglichen Dingen, Beobachtungen und Ereignissen tuen uns und unserer Gemeinschaft mit Sicherheit gut. Da will ich mich nicht ausschließen, dass auch mir dies nicht immer gelingt. Danke für die sanfte und liebevolle Erinnerung!

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    • Ute Dauenhauer
      Ute Dauenhauer sagte:

      Liebe Kirsten, du machst deine Arbeit mit genau dieser Hingabe als Ärztin und auch mit Sendungsbewusstsein! Danke !!

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    • Ute Dauenhauer
      Ute Dauenhauer sagte:

      … und in Euren Hotels und Cafés fühle ich immer genau diese Leidenschaft!! An euch dachte ich zum Beispiel beim Schreiben! 🙏🏻

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