Erdbeeeeren! Kindermund und Erwachsenengedanken

12.04. Vogelsbergkreis. Zwischenstation auf dem Weg an die Ostsee, wo ich ab morgen im Einsatz bin. Gestern bin ich hier genau richtig zum Grillen gelandet, bei Jessica, einer langjährigen Freundin, bei der ich vor Jahren centered Riding gelernt habe, lange bevor ich mich für ein eigenes Pferd entschied. Letztes Jahr war ich auch hier auf dem Weg nach Norden. Da war Malte, ihr Jüngster, gerade 3 Monate alt. Freya war 4. Jetzt rennt der „Multiman“, wie seine Oma ihn nennt, schon situationsmutig und dauerentdeckend durch Küche und Garten, öffnet Tore und saust zu den Ponys mit dem Hufkratzer. Bei Kindern in dem Alter wird jedes Essen zum Abenteuer und Unfallverhütungsprogramm für alle Beteiligten. Oder es wird einfach lustig, wenn man entspannt bleibt, wie es Jessica und ihr Mann Sebastian meist sind. 

Hier mitten drin dabei zu sein auf dem Islandponyhof mit drei Generationen ist für mich immer besonders. Eine Mischung aus Hofidylle mit schlafender Katze, die – wenn wach – den Schinken flugs vom Tisch klaut, Struwwelhündin Bella, die sich jetzt gerade in die Kindermuschel im Garten legt zum Schlafen und der ganzen Arbeit mit Hof, Tieren und Kindern. 

Nach dem Frühstück sind wir mit den Kindern ins Erdbeerfeld zum Selberpflücken gefahren. Das ist neu hier seit wenigen Jahren und ein Riesenspass für Kinder und Erwachsene. Malte saß im Erdbeerfeld mit Erdbeermund, hat auch bissle Stroh dazugegessen…. und Freya ganz stolz mit Strohhut und einem Eimer voller Beeren. 

Mit 5kg Erdbeeren heim, erstmal Pudding dazugekocht und später dann Marmelade hergestellt.

Was mich gewundert hat: auf dem Feld waren wir und noch EIN Pärchen. 

Klar hatten wir auch das Thema, dass alle grad oben haben oder das den meisten oben steht, weil derzeit anderes auf uns zurollt. JETZT ist Sommer, viele im Urlaub, wollen vielleicht nicht sehen oder an sich dran lassen, was ab Herbst Wirk-lich-keit wird. 

Werden wir es schaffen, zusammenzuhalten statt uns abzugrenzen? Gemeinsam neue Konzepte auf neue Wege bringen, uns zu vernetzen?

Ich will es mal so sagen: Die neue Währung könnte Menschlichkeit und gemeinsames Wohnen und Anbauen und Zusammenhalt sein, statt daheim Edelmetalle zu horten, jeder für sich. 

Falls Ihr Angst habt vor Knappheit von XYZ, erstarrt nicht in Panik: tut Euch zusammen mit Nachbarn und Bauern und Handwerkern in Eurem Dorf oder Viertel. Seid z.B. dabei bei EINS, einem Regionalkonzept in der Südpfalz (www.wirsindalleeins.org). Wir machen – und das könnt Ihr überall!! – immer wieder Veranstaltungen rund ums Thema Selbstversorgung, Zusammenhalt und Backen. Nächster Termin wäre Ende Juli. 

Wer kann einen Garten anlegen, ernten, Marmelade kochen, einmachen, fermentieren, Brot backen, stricken, reparieren etc?? Oder kennt jemand, der jemand kennt? Es könnte auch sein, dass wir demnächst in anderen Feldern arbeiten, im wahrsten Sinn des Wortes. 

Drin  in der Küche ist Conny jetzt mit der Marmelade fertig. 

Malte steht mit einem Halfter in der Fliegengittertür und grinst mich an. Was hat er jetzt im Sinn?

Ich geh mal schauen…..

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