Friede und ich schon wieder in Mayschoss

Vorhin hab ich mich noch gefragt, warum die Feuerwehr hier schon dreimal hergefahren ist mit Fahrzeugen gefühlt von 1982. Eigentlich wollte ich auf dem Weg von Hamburg in die Pfalz nur einen kleinen Abstecher machen ins geliebte Ahrtal. Habe mich in dieses geschundene Tal verliebt im Frühjahr, könnt Ihr in anderen Blogs nachlesen. In Mayschoss gibt es einen sehr leckeren Blanc de Noir Spätburgunder feinherb. Und unterstützen will ich sie auch, haben hier genug mitgemacht. Ihr könnt hier auch helfen, indem ihr wandert geht und hier Zeit verbringt. Morgen jährt sich die Flutkatastrophe und wir alle können und sollten immer noch helfen. Wie? Kommt her und seid einfach da, redet mit dem Menschen, geht was essen, kauft Wein….

Gestern so: Ich hatte im Internet gelesen, dass das Café neu wieder eröffnet hat und hatte so die Intention: Weinchen kaufen, Stück Kuchen essen, in die Pfalz fahren….. 

Unterwegs dauernd im Gespräch mit IHM, meinem neusten Freund, dem Heiligen Geist. „Komm, führ mich, bin gespannt, wen ich treffe und wo es mich hinführt“

Seit mir ganz tief reinging, dass ich IHN dauernd spazieren trage und einfach nur IHN machen lassen darf und damit so frei bin, wie es irdische Freiheit nicht bieten kann, bin ich wie neu. Dazu später noch mehr.

Also: ich in Mayschoss in die Winzergenossenschaft im Felsenkeller, zwei Kisten Wein ausgesucht, den Bert gefragt, wo denn das Café ist. 

„Das macht morgen erst auf…“

Ach nööööööö! Das war MEIN Plan. Es ging anders weiter. Hatte ich es nicht offen lassen wollen, wie es ausgeht? Hmmmmm…. kein Kuchen…

Habt Ihr was zu knabbern da? Dann würd ich auch n Glas Wein trinken…

Klar, so Backbrocken. Also Gebäck. Ich den Wein rausjongliert, dann über einen kleinen Hund mit einem Paar aus Köln bzw Ruhrpott ins Gespräch gekommen, hingesetzt und wie in der Pfalz: es werden immer mehr, die einen Wein haben. Dann macht die Winzergenossenschaft auch noch zu und die beiden Bedienungen setzen sich ebenfalls mit Weißburgunder noch dazu und der älteste Winzer, er ist 78, bleibt sowieso noch da und ein Paar aus Holland…

Kurz: Nix mit Kuchen, dafür lange und offene, später weinselige Gespräche mit allen übers Ahrtal und was hier abging und was nicht und wo es drunter und drüber ging. 

Ja, und in der Zwischenzeit hatte die Feuerwehr von Mayschoss zwei Züge an der Ahr stehen und das Wasserspritzen angefangen zu üben. Direkt am WoMo-Parkplatz. Skurill mal wieder. 

Als ich das letzte Mal hier stand, war ich bis auf die Belgierin ganz allein…. heute abend sind es 10 Womos, die hier Urlaub machen, wandern, Wein trinken, einfach der Gegend was Gutes tun wollen. Und dieses Tal ist auch besonders lieblich und liebenswert. 

Jetzt kommt wieder ein Feuerwehrauto, 6 braungebrannte Männer, ja lauter Männer, drin. Die anderen üben grad Schlauchwiederaufrollen…

Ich schmeiß mich gleich weg.

Es liegt ein eigen-artiger Frieden hier überm Tal, der schwer zu beschreiben ist. Mischung zwischen Frust-Leisewerden und Gemeinschft. Bitte: Ihr müsst einfach herkommen und DA sein, hab ich schon mal geschrieben.

Ich wollte noch über Frieden schreiben:

Friede ist nicht die Abwesenheit von Krieg und Streit, nicht nur. Und auch nicht allein die Stille im Wald. 

Schreibt mir doch mal, was IHR unter Friede versteht!

Kommt er von aussen? Muss man auf ihn warten? Macht ihn jemand? Wenn ja: wer?

Ich habe die Tage ganz neue Erfahrungen mit Friede und mit Freude und mit Freiheit gemacht. Und alles kommt von innen, ganz tief innen. Und: es kommt nicht von mir. Ich kann es gar nicht „machen“, muss es GSD nicht. Ich kann es geschehen lassen, wenn ich den Obergenleman, der zuständig ist, einfach nur darum bitte. ER will gebeten werden, weil ER sich nicht aufdrängen will.

Punkt.

„Liebe und tue was du willst“ Augustinus

„Solo Dios, basta“ Theresa von Avila

„Wohin sonst sollten wir gehen?“ Petrus

Der ganze Stress ist weg, dieses „was muss ich heute manifestieren? Wie halte ich heute die Energie hoch?“ Wusste nie was damit anzufangen, hat sich immer sehr stressig und anstrengend angehört, wie eine Dauersportart. 

Oder kennt Ihr das: sich dauernd Sorgen machen, ob man was richtig gemacht hat oder ob man es allein schafft oder man mit dem, was da auch immer kommen mag, wohl klar kommt??? 

Vorbei!! Nicht mehr meine Aufgabe. 

Einzige Aufgabe, die wir haben ist: IHN fragen, was dran ist und dann in Liebe und Ergriffenheit losgehen. Ohren und Augen und Herz auf und anfangen. 

Es kann nichts, rein gar nichts passieren. 

Das ist für mich echte Freiheit. Das ist echter Friede, von innen. 

Er hat mit Politik nichts zu tun. 

Ich bin auf eure Erfahrungen und Anmerkungen gespannt und stelle mal solange paar Bilder ein von gestern und heute.

Friede mit Euch. 

„Friede den Menschen Seiner Gnade“ heisst was ganz anderes als ich immer dachte. 

Wer mit mir darüber mal reden will, kann sich auch gerne melden. Hab jetzt auch genug Wein….

Hier ist es wieder ruhig geworden, es ist noch Wasser in der Ahr, schmunzel, die Feuerwehr ist wieder abgezogen und hat alle Schläuche wieder ordentlich im Fahrzeug. 

Stille.

Jetzt höre ich Grillen, Stieglitze und Krähen auf der Burg über Mayschoss.

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