Fülle in Hülle und ohne Hülle.

Stehe jetzt schon seit gefühlt einer Stunde – in echt viertel Stunde – vor einem Naturarragement von Birkenbäumen, Knoblauchrauke, wilder Möhre, Brombeeren und Akazienbäumen. Über mir summt es wie wenn es einen Bienendom gäbe. Ich bin ganz ergriffen und dauernd geht mir dieser Satz durch den Kopf: warum erkennen wir die Fülle nicht? Es erfasst mein ganzes Wesen, ich kann mich gar nicht mehr wegbewegen, die Zeit steht still. Es summt, brummt und duftet.

Meine Gedanken verlangsamen sich, ich BIN nur noch. Ein Verschmelzen mit den Eindrücken und Sinneswahrnehmungen. Wie in Trance pflücke ich sehr achtsam Blüten und Raukenblätter, und lasse sie in Zeitlupe in mein Sammelsäckchen gleiten.

Fast hätte ich heute wieder wie immer gearbeitet – was ist Arbeit??

Fast wäre ich wieder den gleichen Weg gegangen, wie immer: zur Walddusche und zurück. Diesmal habe ich meinen Wagen in Frankweiler geparkt und suche einen Weg zwischen Koppeln zurück zu der Straße, wo ich Oskar geparkt habe.

Chai lässt sich von meinem Da-Sein anstecken und nimmt auf seine Weise Kontakt auf mit der Erde: er wälzt sich im frisch gemähten Gras und grunzt dabei. Dann legt er sich wie eine Sphinx mittenrein und blinzelt mich an: Alles gut? Bei mir schon….

Ich setze mich neben ihn und fahre ihm durch sein Sommerfell. Er grunzt noch mehr und legt sich genüsslich auf die Seite. Ich merke, wie eine tiefe Müdigkeit in mir hochsteigt, am liebsten würde ich genau hier jetzt einschlafen. Und dann in einer Welt, die achtsam, menschenfreundlich und füllebewußt ist, wieder aufwachen.

Wo rennen wir nur alle immer hin? Warum muss alles immer „besser“ werden, wo es doch einfach GUT ist? Es ist alles da! Für alle ist EINFACH (!!) alles da. Einfach. Da.

Ich werde jäh aus meiner Erd-Meditation gerissen durch das Geräusch eines Spritzmittelsprühenden Weinbergtraktors. Und ZACK ist alles wieder kompliziert….Ich versuche die Energie zu halten und raffe mich langsam auf, fotografiere eine Löwenzahnblume, vor die ich mich ins Gras lege, im Gegenlicht. Seht Ihr die Regenbogenfarben auf dem Foto, mitten in der Pusteblume? Seht Ihr die Schönheit der Akazienblüten? Die Vollkommenheit von wilder Karotte? Oder von einem Brombeerblatt? Oder eines Birkenstammes? Wie können wir es wagen überhaupt zu denken, wir könnten es perfektionieren?

Perfekt zerstört vollkommen.

Das meine ich genauso doppeldeutig wie es dasteht. Rennt vor Menschen davon, die die Dinge und neuerdings auch die Menschen perfekt machen wollen. Sie hacken und manipulieren alles in den Abgrund. In ihrem Wahn, in ihrem babylonischen Tempelgebaue der Neuzeit. Damals haben sie ein harmloses Gebäude gebaut, heute wird weltweit an der DNA rumgebastelt, werden Kinder gezüchtet und genmanipulierte Fliegen und Pflanzen entwickelt.

Meinen wir wirklich, wir könnten er-schaffen? Wir könnten schöpfen?

Geht raus und staunt und be-WAHR-t diese Schöpfung anstatt sie zu vergewaltigen. Erzählt es weiter bevor es zu spät ist. Bevor wir in einer Welt aufwachen, die nichts mehr mit Schöpfung zu tun hat.

Jetzt schaut Euch die Bilder an und geht selbst raus und nehmt WAHR und schickt mir gern auch Bilder. Und macht es langsam und in Füllebewusstsein.

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