Stadtharlekine oder: wie leben sie?

UM mich herum liegend: Kaffeekanne mit Satz (was hat Kaffeesatzlesen mit dem Unterbewusstsein zu tun? Wer es wissen will, kann mich mal anschreiben), Essbrettchen, Kalender, Ladegerät für Handy, Mobiles Telefon, Wasserflasche… und unterm Tisch liegt Chai und ist gespannt, welche Hunde als nächstes vorbeigehen. 

Vorbeikommen: ein Quad aus LD, Wanderer mit Hund, Wanderer ohne Hund, Radfahrer. Palaver mit allen, Pfälzer sind offene Geister.

Bis auf den einen „Graddler“ (schlecht gelaunter Mensch, Pfälzer Umgangswort) der lauthals schimpft, weil er glaubt, ich hätte hier übernachtet und er hätte die Befugnis, darüber zu entscheiden. Menschen sind Menschen, überall.

Weiter mit den Offenen Geistern: 

IN mir geistert es auch. Die letzten Tage mit den vielen bunten Begegnungen, unterschiedlichen Menschen mit dem gleichen Drehpunkt: wie wollen wir leben? Was bedeutet echte Gemeinschaft und wie erfüllt will ich arbeiten und wenn ja, mit wem und wo? In all den Gesprächen mit Christiane, Petra, Sandra, Andrea, Franz, Angelika, Marlies, Thomas, Davide… – das sind jetzt nur die der letzten vier Tage – dieses zentrale Thema: Lebensformen und Leben formen. 

Gestern auf dem Frühlingsfest von Tanja so viele Menschen, die sich genau das fragen. Ich war beeindruckt, wieviele ich kenne und wieviele mich und aus welchen Kontexten, welchen Orten und alle mit dieser Sehnsucht nach der Neuen Zeit, die hier und heute beginnt. Mit Achtsamkeit, mit Hinterfragen, mit Netzwerken. Sie ist dann da, wenn ich ihr RAUM gebe. 

Mein Kreismittelpunkt, DREHpunkt ist der EINE. Wie gestalten wir die Fliehkräfte? Den Orbit? Ich merke beim Schreiben, dass eine meiner Auf&Gaben ist, Botschafterin und Ver-Mittlerin zu sein. Auch Worte aufzubrechen, ihren Sinn neu darzustellen, ihren Ur-Sprung zu erforschen, Denken anzuregen und Komplexes in Bildern be-GRIFF-lich zu machen. 

Hier beim Schreiben oder dort in der sogenannten Praxis beim Zuhören und Im-Pulse mitgeben. 

Was meint IHR? 

Wir leben in so einer Zwischen- oder Über-gangswelt. Ein nichtmehrundnochnicht-Zeit-Raum. Das eine noch da, zäh, klebrig und widerborstig, das andere noch im Nebel, aber schon mit Konturen. Und es gibt Talente, die sehen und spüren es schon. Die haben diese Fähigkeit, das Unbekannte zu denken. 

Manche ahnen das, viele können es nicht zuordnen, fühlen sich ausgeliefert, werden müde, der Körper prä-sentiert (Prä heisst vorher und sentire heisst fühlen…) Symptome wie Kopfschmerzen (ich zerbrech mir den Kopf), Schwindel (wo soll es hingehen?), Verspannungen (im Alten festhängen und nicht loslassen können).

Wie wird es denen gehen, die das noch gar nicht bemerkt haben? Die Rückwärts für Vorwärts halten. Perfektion mit Vollkommenheit verwechseln. Jeder vermeintlichen Bequemlichkeit und Sicherheit ihre Freiheit opfern. 

Zwischenaufgabe: 

Jetzt mach ich mal was mit Euch: schreibe Worte und Textbausteine und Ihr dürft mit Eurer Phantasie und in diesen Gedankenlandschaften Euch eine Geschichte, eine Fabel ausdenken:

Mittelalterstadt – Harlekine – Hofnarren – Bürgersteig hochgeklappt – Kostüme – Stadtmauer – Vagabunden – Wald – Tanzen und Trommeln – Nachtwächter – König – Zugbrücke – Bühne – neues Theaterstück –hörtIhrLeutundlasstEuchsagen“ -…..

Bin gespannt, was von Euch kommt an Assoziationen.

Wie kann Technik symbiotisch und syn-logisch auf Natur treffen? Denke dabei an eine gelungene Melange ohne zu zerstören. Ein Lernen VON der Natur, ein achtsames Einpflegen IN die Natur. Kein Er-Setzen….sonst folgt Ent-Setzen…

Was, wenn Technik und IT meint, besser zu sein als das Ur-Sprüngliche, sogar fordert, Natur und Evolution ausschalten zu können: wo wachen wir dann auf? Wenn Homo Sapiens zu Homo Cybertechnicus umdesigned wird, noch mehr: abgeschafft durch ein „per-fektes“ Konstrukt?

Was ist denn rückwärts und was vorwärts?

Ich sitze hier oberhalb der Weinberge, mit Blick auf 50 Windräder. Wollen wir Wald durch diese Mühlen ersetzen? Gefühle durch Programme und Algorithmen? Gemüse und überhaupt Pflanzen durch Genverändertes 3D-Proteinirgendwas? Bienen und Hummelchen durch Gen-Fliegen, die Medikamente in sich tragen oder noch ganz andere Sachen? Wolken durch Geo-Engeniering? Manche Patente machen mir Angst….

Hinter mir erzählt ein Rotschwänzchen seine Geschichte vom Tag und unter dem Tisch aalt sich Chai in der Sonne. 

Wie wollen wir leben? Wer sind die Harlekine und Hofnarren und wer hört ihnen zu?

Ich geh jetzt mal in den Wald mich duschen. Das ERDE*t.

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